Gott will zur Welt kommen

Gedanken vor Weihnachten

  • Gott kommt zur Welt. ER wartet nicht darauf, dass wir zu IHM kommen. ER kommt zu uns.

Weihnachten – das ist das Fest des entgegen-kommenden Gottes.

  •  Da macht sich ein starker, großer, allmächtiger Gott in einem Kind in der Krippe klein, schwach und ohnmächtig. Da lässt sich ein Gott auf uns Menschen so sehr ein, dass er selbst Mensch wird. Da liebt uns einer so sehr, dass er in unser Dunkel, in unser Leid, in unsere Traurigkeit, in unsere Begrenztheit hineinkommt.
  • Wenn Gott Mensch wird, dann kann der Mensch sich vorbehaltlos bejahen, dann entdeckt er seine göttliche Würde.
  • Da ist ein Gott so voll Liebe, dass er sich ganz den Menschen gibt. Da ist sich ein Gott nicht  zu fein dafür, in einem Stall zu Welt zu kommen – in dem Stall meines Lebens, in dem es auch oft dreckig und unaufgeräumt ist.
  • Lasst uns dem Leben trauen, weil die Heilige Nacht das Licht bringt. Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.

Alfred Delp (1907 – 1945), Vigil von Weihnachten

  • Weihnachten bedeutet: Wir sind nicht mehr Fremde. Wir sind nicht mehr allein. Gott ist uns ganz nahe gekommen.
  • Die Liebe schafft Leben. Sie ist in Jesus unter uns angekommen, und sie will sich mitten unter den Menschen entfalten, wie der gute Same mitten im Unkraut.
  • In seinem Buch über die Kindheitsgeschichten Jesu spricht Papst Benedikt vom Sinn. Er weist darauf hin, dass die biblische Aussage „Das Wort ist Fleisch geworden“ auch so übersetzt werden kann: „Der Sinn ist Fleisch geworden.“
  • Weihnachten erinnert jedes Jahr daran, dass etwas sehr Kleines eine sehr große Wirkung haben kann. Weihnachten fordert uns auf, diesen kleinen Dingen zu vertrauen, sie in unser Leben aufzunehmen und sie auch immer wieder zu verschenken.
  • Johannes beschreibt in seinem Evangelium das Wort Gottes, das in Jesus Mensch geworden ist, als Licht, das in die Welt kommt: „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ (Joh 1,9) In diesem armen und hilflosen Kind in der Krippe und dann später in dem Menschen Jesus leuchtet Gottes Licht für uns auf.
  • Die Geschichte Gottes spielt sich zwischen Krippe und Kreuz ab. Es ist die Geschichte von einem Mann ohne Macht und Reichtum, einem Wehrlosen, der verhöhnt und verfolgt, gefoltert und gekreuzigt wird, weil er für eine Botschaft der Liebe und Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung eintritt.
  • Der Friede, den Christus durch seine Geburt uns bringt, bedeutet nicht nur das Vermeiden innerweltlicher Kriege. Er meint vielmehr ein Heilsein des ganzen Menschen in allen seinen Bezügen. Er meint, dass ein Mensch ganz einverstanden mit sich  sein kann, weil er sich von Gott ganz und gar geliebt weiß.

Aus: Als sie den Stern erblickten, Weihnachtssonderband 2016, Herausgeber German Neundorfer, Herder Verlag, S. 15 – S. 65

Meditationskreis St. Quirin, 2019. 19

Treffen des Meditationskreises St. Quirin im Jahr 2020

 

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